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Kaffeevollautomaten – ein Kampf zwischen Preis und guten Geschmack?

Geschmack geht vor, so lautet das Credo vieler Kaffeevollautomatbesitzer:innen, die ihrem Hightech-Gerät die Note eins in puncto Geschmacksvielfalt geben. Dessen Anhängerschaft wird von Jahr zu Jahr größer, was sich statistisch betrachtet, allein an den Zahlen sehr gut nachvollziehen lässt. Besaßen im Jahr 2013 noch circa dreiviertel aller Privathaushalte hierzulande eine klassische Kaffeemaschine, sank dieser Wert im Jahr 2020 um satte 30 Prozent. Ein genau umgekehrtes Bild, wenn auch nicht so dramatisch, zeigt der geradlinige Kurvenanstieg beim Verkauf von Kaffeevollautomaten. Hier stieg der Jahresverkauf von 19 Prozent im Jahr 2013 auf immerhin 33 Prozent im Jahr 2020 mit steigender Tendenz. Dies bedeutet gleichermaßen, dass der sinkende Absatz der klassischen Kaffeemaschine mit dem stetig höheren Absatz von Kaffeevollautomaten korreliert. Was spricht demnach für den Kaffeevollautomaten?

Der Preis ist heiß – die Preisentwicklung verschiedener Kaffeezubereitungsmaschinen

Um sich einen guten Kaffee zuzubereiten, ist keine aufwendige Technik vonnöten. Für einen einfachen Filterkaffee genügen bereits ein Kaffeefilter und etwas Geschick. Die dafür notwendige Technik steht somit jedem gratis zur Verfügung und kann jederzeit in Anspruch genommen werden. Damit sich neue Entwicklungen fest auf dem Markt etablieren, sollte deren Preisentwicklung nachverfolgt werden. Zunächst als Luxusgut vertrieben, kann ein ehemals sehr teures Gerät somit über die Jahre bis zum Kassenschlager heranreifen.

Mit den ebenfalls auf dem Markt konkurrierenden Pad- und Kapselmaschinen hat der Kaffeevollautomat gleich mehrere Mitkonkurrenten, die dem Gerät den Markt streitig machen. Deren Absatz war vor gerade einmal fünf Jahren noch doppelt so hoch, wie der des Vollautomaten. In Marktanteilen ausgedrückt besaßen im Jahr 2017 somit 30 Prozent der Kaffeetrinker:innen eine Pad- oder Kapselmaschine zu Hause. Preislich gibt es auch hier gravierende Unterschiede, die von 30 Euro für sehr einfache Geräte bis 350 Euro für Luxusausführungen aus Edelstahl reichen. Einfache Geräte mit Komfort- und Zusatzfunktionen kosten hingegen um die 180 Euro. Der Durchschnittspreis für eine Kaffeefiltermaschine liegt hingegen zwischen 24 Euro und 221 Euro. Insofern gibt es preislich keine gravierenden Unterschiede zwischen einer Filterkaffeemaschine und einer Pad- oder Kapselmaschine. Anders hingegen der Kaffeevollautomat, dessen Durchschnittspreis im Jahr 2022 immerhin über 1.000 Euro beträgt. Mit Schnäppchenpreisen ist hiermit, somit selbst in näherer Zukunft kaum zu rechnen. Oder verfälscht dieser Preis und der Kaffeevollautomat hat seinen Status als Luxusklasse bereits abgelegt?

Alles, was zählt, ist der gute Geschmack: die Aromavielfalt der Kaffeevollautomaten

Über guten Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Im Mittelpunkt eines unvergesslichen Geschmackserlebnisses stehen die Geschmacksqualitäten: süß, sauer, bitter, salzig und umami. Es sind jedoch nicht nur die unterschiedlichen Geschmäcker, welche ein wahres Feuerwerk auf der Zunge auslösen, sondern ebenfalls der Geruch, die Konsistenz sowie die Temperatur, der zu sich genommenen Nahrung oder Flüssigkeit. Wer im Winter unter einer starken Erkältung leidet, wird dies bestätigen können. Wenn wir erkältet sind, ist es demzufolge egal, aus welcher Kaffeemaschine das beliebte Heißgetränk kommt. Insofern schmeckt das menschliche Geschmacksauffassungsvermögen ebenfalls einen intensiven Geruch. Abgesehen davon spielt die Temperatur eine gesonderte Rolle, da diese in dreierlei Weise Einfluss auf das Geschmackserlebnis nimmt.

Eine hohe oder niedrige Temperatur verändert zunächst erst einmal die Konsistenz einer Flüssigkeit und eines Nahrungsmittels. Des Weiteren werden nach neuestem Kenntnisstand ebenfalls die Stärke des Aromas sowie die Empfindlichkeit für bestimmte Geschmacksqualitäten durch die Temperatur beeinflusst. Während bei niedrigen Temperaturen ein optimaler Geschmack für Bitterstoffe erreicht wird, sind warme und hohe Temperaturen ideal für Süßstoffe. Damit sich etwas geschmacklich geschmackvoll auf der Zunge ausbreitet, ist demzufolge Kunstfertigkeit und lange Berufserfahrung vonnöten. Das Standardwerkzeug des Profis bei der Kaffeezubereitung lautet Kaffeevollautomat, der Geschmacksvariabilität aufgrund unterschiedlicher Druck- und Temperatureinstellungen ermöglicht. Ein weiterer wichtiger Grund, warum sich gerade die Gastronomie sowie der Profi auf dem Gebiet der Kaffeezubereitung für einen Kaffeevollautomaten entscheiden, ist die frische Zubereitung des Kaffeepulvers. Mit einem Vollautomaten lässt sich zudem der Mahlgrad der Kaffeebohnen individuell anpassen, sodass hier gravierende Geschmacksunterschiede auftreten.

Der Kaffeevollautomat von heute, privat und gewerblich ein Muss

Die bereits erwähnte Preisentwicklung des Kaffeevollautomaten ist einer der naheliegenden Gründe, warum sich dieses Gerät nunmehr auch fest im privaten Haushalt etabliert. Werden verschiedene Warentests bemüht, ist feststellbar, dass es bereits sehr gute Geräte für einen erschwinglichen Preis gibt. So sind relativ gute Kaffeevollautomaten bereits ab einem Preis von 200 Euro erhältlich. Hinzu kommt, dass viele Verbraucher:innen den beliebten Pad- und Kapselmaschinen heutzutage eine Abfuhr erteilen. Aus umweltpolitischen Gesichtspunkten ist dies durchaus nachvollziehbar, da diese aufgrund des hohen Abfallaufkommens stark in der Kritik stehen. Der große Vorteil eines Kaffeevollautomaten ist somit nicht nur die große Aromavielfalt verschiedener Kaffeespezialitäten, die per Knopfdruck zur Verfügung stehen, sondern ebenfalls dessen Effizienz.

Niedrige und erschwingliche Preise zum einen sowie ein guter Geschmack auf der anderen Seite machen den Kaffeevollautomaten im Privathaushalt immer beliebter. Mit der zusätzlichen Möglichkeit Milch aufzuschäumen, können die Vollautomaten gleich mehrere Kaffeespezialitäten aus ihrem Hut bzw. Geräteinneren zaubern. Dass diese Kaffeekreationen zudem billiger sind als eine Tasse Kaffeepad im Vergleich, mag für viele wie ein Wunder klingen. Dies entspricht jedoch der Realität, sodass der Genuss hochwertiger und frisch gemahlener Kaffeebohnen aus einem Kaffeeautomaten selten mehr als einige Cent kostet. Im Gegensatz dazu erhält man aus einer Kaffeepad Maschine einen preislich gesehenen Luxusartikel mit geringer Geschmacksqualität. Heute im Jahr 2022 stellt sich somit nicht mehr die Frage, für welche Kaffeemaschine man sich entscheiden sollte, sondern einzig und allein, ob man den dafür notwendigen Platz hat. Sollte es daran nicht scheitern, gibt es keinen nennenswerten Grund, sich einen erschwinglichen Kaffeevollautomaten selbst in einem Privathaushalt zu leisten.

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