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Der kleine, aber feine Unterschied zwischen Milchkaffee, Cappuccino und Latte Macchiato

Nur die Würze gibt einem Rezept den unwiderstehlichen Geschmack. Probieren geht über Studieren, lautete demzufolge das Motto, wenn bereits unsere Vorfahren heiße Pfannengerichte über dem offenen Feuer schmorten. Die Zubereitung eines Kochrezeptes gleicht somit der planmäßigen Zubereitung eines flüssigen Genussmittels, wie dem eines alkoholischen oder nicht-alkoholischen Mischgetränks. Dabei wird die einzelne Zutat von der Würze unterschieden, die einer gelungene Rezeptur den letzten Schliff verpasst. Hauptverantwortlich für diese vielseitige Nahrungs- und Getränkezubereitung ist zunächst erst einmal das Feuer gewesen. So sind die ersten in Frankreich und China nachgewiesenen Spuren zum Feuergebrauch für das Kochen bereits mehr als 0,5 Millionen Jahre alt. Welche Geschichte schreibt jedoch der Kaffee und was ist der Unterschied zwischen Milchkaffee, Cappuccino, Latte Macchiato und anderen Kaffeerezepten? Antworten darauf findet Ihr hier.

Kaffeespezialitäten vom Feinsten: der regionale Zusammenhang unterschiedlicher Kaffeekulturen

Jedwedes Rezept, ob zum Kochen, Backen oder Mixen bedient sich einer Grundzutat sowie weiteren Zutaten und Gewürzen zu dessen Verfeinerung. Die Nahrungsmittel- und Getränkemittelherstellung nutzt regional vorkommende Produkte, um Rezepten eine gewisse Regionalität zuzuweisen. Oftmals werden diese Rezepturen geschützt und deren Geheimnisse nicht preisgegeben. So hat sich in jedem einzelnen Land dieser Welt eine eigene Kaffeekultur etabliert, die unterschiedlicher nicht sein kann. Im Gegensatz zu einem Kochrezept haben Kaffeerezepte zumeist sehr wenige Zutaten. Unterschiede können bereits durch verschiedene Zubereitungsmethoden getroffen werden, die einen Filterkaffee als Beispiel von einem anderweitig zubereiteten Kaffee unterscheidet.

Der aus der Türkei stammende „Türkische Kaffee“ wird ungefiltert aufgebrüht, sodass Kaffeepulver als Bodensatz verbleibt. Im Gegensatz dazu ist der weltbekannte „Café crèma“ aus der Schweiz ein langgezogener Espresso mit der Crema, dem Kaffeeschaum als geschmacksintensives Markenzeichen. Oftmals werden ähnliche Kaffeerezepte in unterschiedlichen Ländern anders bezeichnet, was bei dem hier vorgestellten Milchkaffee ebenso der Fall ist. Dazu später mehr. Von den zur Verfügung stehenden Kaffeerezepten sind den meisten Kaffeekonsumenten letztendlich nur einige bekannt. Bereits hierzulande werden viele Normalverbraucher somit Kaffeerezepturen wie den „Rüdesheimer Kaffee“, einen Kaffee mit flambiertem Weinbrand, Schlagsahne und Vanillezucker oder den „Pharisäer“, schwarzen Kaffee mit Rum und Schlagsahne zum ersten Mal hören. Hinzu kommen Spezialitäten aus Italien, Frankreich, Kenia und vielen anderen Ländern, die allenfalls im Reisefieber entdeckt werden konnten. Die im Folgenden vorgestellten Kaffeespezialitäten Milchkaffee, Cappuccino und Latte Macchiato verwenden primär Milch zur weiteren Verfeinerung des Kaffees, wodurch ein gewisser Verwandtschaftsgrad besteht.

Die Milch, ein sahniges Vergnügen mit unterschiedlicher Herkunft

Milch- und Milcherzeugnisse besitzen einen hohen Stellenwert in der kulturellen Entwicklung des Menschen. Mit der Domestikation von Tieren wurde nicht nur deren Fleisch zur Nahrungsmittelherstellung genutzt, sondern ebenfalls deren Nebenprodukte. Dazu gehört das Fell der Tiere, die Milch, Eier, Knochen und vieles andere mehr. Unsere Milcherzeugnisse stammen von Säugetieren, die in den sogenannten Milchdrüsen eine proteinreiche Emulsion produzieren. Waren für unsere Vorfahren viele Milchprodukte unbekömmlich, da diese den darin enthaltenen Zucker nicht vertrugen, ist dies heutzutage etwas anders.

Für die Nahrungs- und Getränkemittelherstellung stehen nicht nur unterschiedliche Milchsorten und Erzeugnisse der Kuh zur Verfügung, sondern ebenfalls von anderen Nutztieren. Nennenswert sind hier z.B. die Ziegenmilch, Eselsmilch oder Stutenmilch, welche sich beträchtlich im Geschmack unterscheiden. Des Weiteren treten erhebliche Geschmacksunterschiede hinsichtlich des Fettanteils in der Milch auf. Hauptgrund dafür ist, dass viele ätherische Öle und Aromastoffe in einer Rezeptur fettlöslich sind und somit durch den Geschmacksträger betont werden. Es macht somit einen riesigen Unterschied, ob ich einen Kaffee mit Rohmilch anreichere oder mit Kondensmilch. Während erstgenannte Milchsorte einen Fettanteil von 3,5 % bis 5 % Fett besitzt, kommt Kondensmilch in drei unterschiedlichen Formen vor. Kondensmagermilch hat einen Fettanteil unter 1,0 %, wohingegen teilentrahmte Kondensmilch einen Fettanteil zwischen 1,5 % und 7,5 % besitzt. Kaffeesahne, Sahne und Schlagsahne übertrumpfen dies nochmals und besitzen Fettanteile von mehr als 10 %.

Die modernen Trendsetter im Milch-Kaffee-Genuss, der Milchkaffee, Cappuccino und Latte Macchiato

Trendsetter wie Milchkaffee, Cappuccino sowie Latte Macchiato sind nahezu überall geläufig. Maßgeblichen Anteil daran haben die sogenannten Kaffeehausketten, die ihren Markennamen bis in die kleinsten Winkel dieser Welt tragen. Damit stehen diese in direkter Konkurrenz zu den regional vorherrschenden Kaffeehäusern. Bestes Beispiel sind die Ursprungsländer des europäischen Kaffeegenusses: Arabien, die Türkei und die Länder des Balkans, wo Milch als Zutat für den Kaffee überhaupt nicht infrage kam. Hier wurde der Kaffee ursprünglich getrunken.

Erst mit der Einführung in Europa wurde das geliebte Heißgetränk mit Milch versetzt. Dies diente zunächst zur Abmilderung der intensiv im Kaffee vorkommenden Bitterstoffe sowie Kaffeesäure. Neue Zubereitungsmethoden sowie die Wahl einer geeigneten Temperatur konnten die Kaffeebitterstoffe nochmals abmildern. Dadurch entstand eine Vielzahl an Kaffeerezepten.

Unterschiede zwischen den verschiedenen Milchkaffeesorten

Der Anfang von Milch-Kaffee-Rezepten ist in der Wiener Kaffeehauskultur zu finden. Hier waren es der „Kaiser-Melange“, eine Mischung aus frischem Kaffee, Eigelb, Cognac, Honig und Sahne sowie der „Kapuziner“, ein kleiner Mokka mit Schlagober versetzt, die dem Milchkaffee zu seinem Ruhm verhalfen. Es besteht somit ein großer Unterschied, ob ich Milch, Schmand oder Schlagsahne zur Kaffeezubereitung verwende. Gleiches gilt für die Kaffeesorte selbst. Der im Kapuziner enthaltene türkische Mokka ist im Unterschied zum Espresso kein Kaffeeautomaten- bzw. Maschinenerzeugnis.

So unterscheiden sich die Milchkaffeeprodukte Cappuccino, Milchkaffee und Latte macchiato zunächst erst einmal in der Zubereitung. Während der Cappuccino aus einem Drittel Espresso plus zwei Drittel Milchschaum besteht, wird der Latte macchiato jeweils zu gleichen Anteilen aus Espresso, Milch und Milchschaum gefertigt. Abzugrenzen davon ist der einfache Milchkaffee, welcher zu je einer Hälfte aus Milch und Kaffee besteht. Wird anstatt Milch Sahne verwendet, ist das Resultat ein Café Crème. Der ebenfalls aus Italien stammende Café Latte wird wiederum nur aus Espresso und Milchschaum kredenzt. Wie wir sehen führt die Variation von zwei Hauptzutaten, den Milcherzeugnissen Milch oder Sahne in Kombination mit unterschiedlichen Kaffeesorten bereits zu einer Vielzahl von Kaffeerezepten. Während die zuvor genannten Milch-Kaffee-Kreationen zu den Klassikern gehören, haben sich heutzutage auch moderne Trendsetter etabliert. Diese heißen z.B.: Caffé Mocha, Flat White, Café au Lait, Café Cortado, Galaó und viele andere mehr.

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