Heiß oder kalt? Der Kaffee, ein heißkaltes Vergnügen zu jeder Jahreszeit
Im Wechselbad der Gefühle wird ein heißkaltes Getränk zu einem sinnlichen Vergnügen. Zumeist in einem Eiscafé kredenzt eroberte der Eiskaffee ebenso schnell die hochbetuchte Cafeteria, welche sich den guten Geschmack des Kaffees ebenso gerne mit süßen Gaumenfreuden verfeinern wollte. Es war demzufolge nur eine Frage der Zeit, als das cremige Verlangen nach Speiseeis gleichzeitig an die Hofpforte der etablierten europäischen Kaffeehäuser klopfte. Das Speiseeis, welches zum Trotz der Italiener in China erfunden wurde, erreichte im 17. Jahrhundert das europäische Festland. Zuvor verbreitete sich die kalte Gaumenfreude auf der arabischen Halbinsel, wo es bereits im 11. Jahrhundert sich in der Oberschicht als Delikatesse etablierte. Der griechische Dichter Simonides beschrieb dieses als Sorbet dargereichte Dessert als Gletscherschnee, welches mit Früchten, Rosenwasser und Honig verfeinert wird. Als fester Bestandteil der Haute Cuisine wurde das Speiseeisgemisch schnell zu einem Dauerbrenner der italienischen Küche und verteilte sich von hier aus in alle Teile der Welt. Heutzutage gibt es zahlreiche Eisspezialitäten, die entweder einzeln oder in einer Speise beziehungsweise Getränk dargereicht werden. Wer von Eiskaffee spricht muss demzufolge zunächst die Zutat Eis spezifizieren, welche es in zahlreichen Variationen gibt.
Welche Eissorten werden voneinander unterschieden?
Mit der industriellen Herstellung von Speiseeis durch die Firmen Langnese und Schöller etablierte sich seit 1930 ein Markt, der dem Tourismus Höhenflüge bescherte. An den gut besuchten Stränden der Mittelmeerküsten und Binnenseen durften somit keine Eiscafés, Kaffeehäuser oder Eisbuden mehr fehlen. Mit der Erfindung von Eis am Stiel durch den Limonadenhersteller Frank Epperson hat sich die kalte Süßigkeit gleichzeitig im Kino und anderen Freizeitetablissements etabliert. Der geschützte Markenname für diese Eiskreation lautet: POPSICLE. Das zumeist auf der Basis von Wassereis bestehende Konstrukt besteht zum größten Teil aus Wasser. Im Gegensatz dazu genießen andere Eiskreationen und Rezepturen weitaus ausgefallenere Zutaten und werden oftmals als Geheimrezept in Familientradition aufbewahrt. Unterschieden werden folgenden Eissorten voneinander:
Das Milcheis besteht zu mindestens 70 Prozent aus dem gleichnamigen Namensgeber. Hier spielt somit Milch die Musik und wird mit weiteren Zutaten angereichert. Fruchteis hingegen muss einen Mindestfruchtanteil von 20 Prozent besitzen. Zumeist ist der Fruchtanteil größer, was die Qualität des Fruchteises steigert. Das Fruchtsorbet wird, im Gegensatz dazu, aus Fruchtsaft hergestellt. Cremeeis wiederum ist mit Milcheis verwandt und besteht wie dieses zum großen Teil aus Milch. Der Milchanteil hier ist jedoch etwas geringer, sodass prozentual nur 50 Prozent des tierischen Eiweißlieferanten genutzt wird. Weitere Eissorten sind die zumeist industriell hergestellten Sorten Eiskrem und Fruchteiskrem, welche Milchfett als Standard benutzen. Das beliebte Softeis wiederum ist eine aufgeschäumte Eismasse, die aus keinem Urlaubsgebiet wegzudenken ist. Die moderne Eisvariation Sojaeis, als letzte Eissorte, verwendet anstatt Kuhmilch Sojamilch.
Die Geschichte von Eiskaffee und wie das Eis in das heiße Getränk fand
Kaffeezubereitungen mit Eis erfreuen sich einer hohen Beliebtheit. Hochkonjunktur feierte das beliebte Kaltgetränk bereits 1790 in Wien. Hier war es der Kaffeesieder Milani, der den Wiener Eiskaffee seinem treuen Kundenstamm kredenzte. Dieser besteht aus schwarzem Kaffee, welcher über zwei Kugeln Vanilleeis gegossen wird. Das Eis löst sich auf und die Mixtur wird in ein kaltes, hohes und schlankes Glas gegossen. Darüber hinaus wird die heißkalte Flüssigkeit mit einer Haube aus geschlagener Sahne verfeinert. Serviert wird der Eis-Kaffee-Cocktail dem Gast mit einem langstieligen Löffel sowie einem Strohhalm. Es gibt länderspezifische Variationen dieses Eiskaffees sowie folgende Rezepturen, die von Relevanz sind.
Der ENGLISCHE EISKAFFEE stammt keineswegs aus England, sondern ist eine österreichische Kaffeespezialität. Im Gegensatz zum Wiener Eiskaffee besteht dieser zu je einem Drittel aus Kaffee, Speiseeis und Sahne. Davon zu unterscheiden, ist wiederum der ICED COFFEE, eine amerikanische Delikatesse, die mit dem italienischen CAFFÉ FREDDO verwandt ist. Hierbei handelt es sich um eine Espressovariation, welche mit Eiswürfeln serviert wird. Es besteht somit ein großer Unterschied zwischen einem mit Milcheis oder Eiscreme servierten Kaffee und einem als Longdrink oder gekühlt servierten Kaffee. Der SCHWARZWÄLDER EISKAFFEE ist wiederum ein Cocktail mit den Zutaten Filterkaffee, Zucker und Kirschwasser. Diese werden gekühlt und dann über zwei bis drei Kugeln Vanilleeis gegossen. Verfeinert wird der Eiskaffee mit Sahne, Schokoraspeln sowie Waffeln je nach Bedarf. Der letzte Klassiker in dieser Reihe ist der SCHWEIZER EISKAFFEE, bei dem heißer Kaffee über kaltes Kaffeeeis gegossen wird.
Neue Trends und Rezepte mit Eis und Kaffee
Jährlich erobern neue Kaffeetrends die Szene. Hier spielt die Zutat Eis mittlerweile ebenfalls eine tragende Rolle und wird vielseitig und kreativ verwendet. Zu den neuen Kaffeerezepturen gehören zum Beispiel die zuvor bereits erwähnten Kaffeeeiswürfel. Diese Eiswürfel können nochmals mit verschiedenen Geschmacksnoten angereichert sein. Die Zubereitung eines Eiskaffees mit Kaffee und Eiswürfeln ist simpel und schnell. Ein aufgebrühter Espresso oder Filterkaffee wird zunächst kalt gestellt und danach mit Kaffeeeiswürfeln serviert. Des Weiteren kann das Kaltgetränk mit Mandel-, Kokos- oder Haselnussmilch verfeinert werden.
Für mehr Cremigkeit und Süße im Kaffee sorgen zudem Eiswürfel aus Mandelmilch, Vanille und Zucker. Dazu wird Mandel- oder Kokosmilch mit Inneren von zwei ausgekratzten Vanilleschoten verfeinert, mit Zucker abgeschmeckt und dann zu Eiswürfeln gefroren. Der heutzutage in Vietnam und Südostasien beliebte COLD BREW Kaffee wird ebenfalls mit Eiswürfeln und süßer Kondensmilch verfeinert.
Neben Rezepten mit Eiswürfeln gibt es ebenso viele Rezepte mit Milcheis oder anderen Eisspezialitäten. Der BÉCSI, eine Kaffeeeisspezialität aus Ungarn, besteht zum Beispiel aus Kaffee, Vanilleeis, Schokolade, Milch und Schlagsahne. Der BLACK JACK hingegen ist kalter Espresso mit Cognac und Kirschbrand. Wie Sie sehen, werden alkoholische Getränke ebenfalls vielfältig genutzt und runden den Geschmack von Eis und Kaffee letztendlich ab. Der RUM MOKKA besteht, wie der Name bereits verrät, aus Rum Vanilleeis und Mokka.
